Nachruf Yorck Förster
Nachruf Yorck Förster
Geboren 17.05.1964 in Hannover
Gestorben 17.03.2026 in Frankfurt/ Main
Yorck Förster wurde in Hannover geboren, verbrachte seine Kindheit in Kornwestheim, die Jugendjahre in Hanau. Zum Zivildienst zog er nach Frankfurt am Main. Er studierte an der Goethe-Universität Philosophie, Soziologie und Kunstpädagogik.
Seit Anfang der 1990er Jahre führte er regelmäßig jeden Samstag und Sonntag durch die Ausstellungen des Deutschen Architekturmuseums (DAM). Und nur er führte, es gab keine Führungsteams von jungen Studierenden, wie in anderen Museen üblich. Das Publikum war begeistert und er machte sich unzählige Fans, die seinen kenntnisreichen Ausführungen, in sonorer Stimme verständlich vorgetragen, andächtig lauschten. „Der Architekturmärchenerzähler“ (Zitat Martina Metzner) veranstaltete somit eine Art kostenlosen Volkshochschul-Kurs der Architektur, jahrzehntelang, jedes Wochenende. Und darüber hinaus in vielen weiteren Führungen, Stadttouren und Exkursionen – im DAM wie auch extern.
Seit 2005 kuratierte er auch Architekturausstellungen im DAM, in hohem Tempo, zu vielfältigen Themen und mit unterschiedlichsten Partnern. Anfangs Einzelausstellungen mit Peter Kulka, dem Künstler Claus Bury und den Holländern UNstudio. Gefolgt von „Gaudi Unseen“ und im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld 2007/2008 mit aufsehenerregenden Vor-Ort-Analysen zum Thema „Gewahrsam“. Gemeinsam mit DAM Direktor Peter Cachola Schmal arbeitete er an „Heterotopia“ über Outsider Artists. Er organisierte dann Übernahmen wie „Die Weiße Stadt Tel Aviv“, „Richard Neutra in Europa“ und „Studio Mumbai“, gefolgt von Einzelausstellungen mit Johannes Peter Hölzinger, Coop Himmelb(l)au und Antonio de Campos. Schließlich war er Teil der Teams von „Große Oper – viel Theater?“ (seit 2017) und „Stadt bauen Heute?“ im letzten Sommer. In dieser umfangreichen kuratorischen Arbeit konnte er sein enzyklopädisches Wissen, seine Neugier, sein zugewandtes Wesen und seine „außergewöhnliche Sensibilität und Tiefe“ (Zitat Antonio de Campos) sehr gut einbringen. Zusätzlich recherchierte und organisierte er zusammen mit Christina Gräwe seit 2010 den DAM Preis, schrieb die zugehörigen Publikationen und kuratierte die Ausstellungen. Die neueste Ausführung, Ende Januar 2026, konnte er noch miteröffnen und zusammen mit den Preisträgern und Nominierten feiern.
Seine schockierend endgültige Diagnose erhielt er im November 2025. Vier Monate später hatte ihn der Krebs schon besiegt. Das DAM verliert einen großartigen Mitarbeiter und Architekturexperten, eine wichtige Stütze und einen liebenswerten Mitmenschen. Wir werden ihn sehr vermissen.
Die für das DAM zuständigen bzw. relevanten Dezernenten der Stadt Frankfurt am Main kondolierten beide umgehend:
Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft:
“Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Yorck Förster hat mich tief getroffen. Er war eine beeindruckende Persönlichkeit. Als kompetenter und wunderbarer Kollege war er im Deutschen Architekturmuseum sehr geschätzt. Er ist viel zu früh verstorben, sein Tod stimmt mich sehr traurig. Er wird sehr fehlen.“
Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen:
„Yorck Förster hat sich leidenschaftlich für gute Architektur und lebenswerte Städte eingesetzt. Es war ihm ein großes Anliegen, Zusammenhänge zu erklären und wichtige Zukunftsfragen einem breiten Publikum zu vermitteln. Er konnte komplexe Themen auf den Punkt bringen, Menschen begeistern und uns allen Mut machen, an der Stadt von morgen zu arbeiten. Er wird uns fehlen.“









